
DaunenArena
Autorenlesebühne in der Galerie bauchhund
in Kooperation mit
Poetenagentur,
Verlag Kulturmaschinen
& Karin Kramer Verlag
Im Rahmen der Ausstellung
‘Günter Bruno Fuchs und die Werkstatt Rixdorfer Drucke’
Lesung
16. Mai 2013, 20Uhr
‘Die Ankunft des Großen Unordentlichen in einer ordentlichen Zeit’
Versuch einer Annäherung an Günter Bruno Fuchs
Hartmut Topf (angefragt) und Gaby Egert
und auf Platte
‘Ein Ohr wäscht das andere’
– die schönsten Texte von Günter Bruno Fuchs,
gelesen von ihm selbst.

GBF Portrait Arno Waldschmidt
Nationalhymne des deutschen Maikäfers:
Mein Mai
ist verkommen
die alten
Eichenbäume
schlagen aus
nach Pommerland –
ei,
da pommre,
wer Lust hat,
mit Sorgen
ans Haus.
(Beischläfer, flieg!)
Günther Bruno Fuchs
„… Fuchs zu hören ist ein Genuß: Aus vollem Hals, mit schöner
Bärenstimme und listigen Betonungen. Ein Wort gibt das andere
und steht doch für sich, schmatzend, berlinisch lispelnd, über–
legsam. Durch diese Selbständigkeit der einzelnen Wörter ent–
stehen dann die berühmten kapitalen Sätze, ordentliche
Hausmauern, in denen es sich unbequem denken lässt:
‘Auch Soldaten brauchen etwas fürs Auge.
Wir wollen wieder in ruhigen Etagen leben. Es ist so.
Ich setz mich in den Sattel und schreie:
Ist denn kein Gegner hier?’“
Verleger Klaus Wagenbach
„… von den frühen Versen bis zu den Dialektgedichten, von den
Phantasiegestalten bis zu den Stützen der Gesellschaft, vom
freundlichen Hinweis bis zu den aggressiven Idyllen:
melancholische Ironie und boshafter Sprachwitz agieren ab–
wechselnd traurig und zum Totlachen, realistisch und surreal,
resignierend und aufsässig, respektlos.”
FAZ 1970
„… An diesem schweren Mann war alles leicht: seine
Rede und sein Gang, seine Gesten und seine Hand, seine
Verse und sein Gesang. Nur eines wurde diesem geborenen
Melancholiker schwer: das Leben. Er litt an der Kälte
unserer Welt.” „Dieses melancholische Weltkind war ein
solider, fleißiger Handwerker: gestochen klar und schön
die Züge seiner handschriftlichen Briefe, skurril
hintergründig die schwarz-weißen Linien seiner
Holzschnitte, voll zärtlicher Trauer die Gedichte und
die, meistens in schlichten Hauptsätzen erzählten,
ganz realistischen, zugleich ganz phantastischen
Geschichten.”
aus dem Nachruf von Christoph Derschau, 1977
„… die Potenz des naiven Blickes, das Recht des Trotzes
gegenüber dem Intellekt, die Kraft der schwarzen Fläche
im Gesäusel des Filigranen, sich GBF zu nähern macht
nach wie vor Spaß.“
Thomas Propp, 2013
Weitere Informationen:
Thomas Propp, 1981: ORNUNG MUSS SEIN, sprach der ANARSCHIST…
Hörprobe: mp3 – Der Anpasseur in Aktion
Mein Mai
ist verkommen
die alten
Eichenbäume
schlagen aus
nach Pommerland –
ei,
da pommre,
wer Lust hat,
mit Sorgen
ans Haus.
(Beischläfer, flieg!)
Günther Bruno Fuchs
„… Fuchs zu hören ist ein Genuß: Aus vollem Hals, mit schöner
Bärenstimme und listigen Betonungen. Ein Wort gibt das andere
und steht doch für sich, schmatzend, berlinisch lispelnd, über–
legsam. Durch diese Selbständigkeit der einzelnen Wörter ent–
stehen dann die berühmten kapitalen Sätze, ordentliche
Hausmauern, in denen es sich unbequem denken lässt:
‘Auch Soldaten brauchen etwas fürs Auge.
Wir wollen wieder in ruhigen Etagen leben. Es ist so.
Ich setz mich in den Sattel und schreie:
Ist denn kein Gegner hier?’“
Verleger Klaus Wagenbach
„… von den frühen Versen bis zu den Dialektgedichten, von den
Phantasiegestalten bis zu den Stützen der Gesellschaft, vom
freundlichen Hinweis bis zu den aggressiven Idyllen:
melancholische Ironie und boshafter Sprachwitz agieren ab–
wechselnd traurig und zum Totlachen, realistisch und surreal,
resignierend und aufsässig, respektlos.”
FAZ 1970
„… An diesem schweren Mann war alles leicht: seine
Rede und sein Gang, seine Gesten und seine Hand, seine
Verse und sein Gesang. Nur eines wurde diesem geborenen
Melancholiker schwer: das Leben. Er litt an der Kälte
unserer Welt.” „Dieses melancholische Weltkind war ein
solider, fleißiger Handwerker: gestochen klar und schön
die Züge seiner handschriftlichen Briefe, skurril
hintergründig die schwarz-weißen Linien seiner
Holzschnitte, voll zärtlicher Trauer die Gedichte und
die, meistens in schlichten Hauptsätzen erzählten,
ganz realistischen, zugleich ganz phantastischen
Geschichten.”
aus dem Nachruf von Christoph Derschau, 1977
„… die Potenz des naiven Blickes, das Recht des Trotzes
gegenüber dem Intellekt, die Kraft der schwarzen Fläche
im Gesäusel des Filigranen, sich GBF zu nähern macht
nach wie vor Spaß.“
Thomas Propp, 2013
Weitere Informationen:
Thomas Propp, 1981: ORNUNG MUSS SEIN, sprach der ANARSCHIST…
Hörprobe: mp3 – Der Anpasseur in Aktion
DaunenArena
Autorenlesebühne in der Galerie bauchhund,
Schudomastraße 38, 12055 Berlin (Rixdorf)
S-Bahn Sonnenallee, Bus M41
– immer jeden dritten Donnerstag im Monat –

Ausstellung: 19. April bis 25. Mai 2013
zum 36sten Todestag ihres Gründers
Günter Bruno Fuchs
‘Werkstatt Rixdorfer Drucke’
erstmalig in Rixdorf
zum 36sten Todestag eine Hommage auf den Gründer Günter Bruno Fuchs,
50 Jahre Literaturgeschichte und politische Grafik mit
Uwe Bremer⁄Ali Schindehütte⁄Arno Waldschmidt⁄Johannes Vennekamp
Leihgaben der Privatsammlung Wolfgang Jeske,
Antiquariat PROMETHEUS Heiko Schmidt
und originale Drucke von
Uwe Bremer ⁄ Ali Schindehütte ⁄
Arno Waldschmidt ⁄ Johannes Vennekamp.
Mit freundlicher Unterstützung
von Karin Pott und ‘Haus am Lützowplatz’.
19. April 2013 - 16Uhr Totengedenken
Ovationen am Grab von Günter Bruno Fuchs auf dem
Neuköllner Garnisonsfriedhof mit einer Kiste
Bier + Ovationen der Rixdorfer Drucker (angefragt!)
19. April 2013 - 20Uhr Vernissage
Laudatio: Karin Pott
Lesung: Gedichte von Günter Bruno Fuchs,
vorgetragen von Gaby Egert
Die Werkstatt Rixdorfer Drucke wurde 1963 in einem
Kreuzberger Hinterhof unter dem Patronat des Berliner
Poeten Günter Bruno Fuchs (†1977) gegründet.
Die Werkstatt besteht heute aus den vier Künstlern
Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Johannes Vennekamp
und Arno Waldschmidt.
Man pflegte in den 1960er Jahren das Image des Bürger–
schrecks. In Gruppenarbeit entstanden über die Jahre
ihre zeitkritischen, provokanten, witzigen und respekt–
losen Wort- und Bilderbögen.
Ihre Zusammenarbeit mit Dichtern und Schriftstellern
schrieb Literaturgeschichte.
Die Kalender, Mappen, Buchcover, Illustrationen, die
Kartenspiele und Leporellos mit der unverwechselbaren
Handschrift der „Rixdorfer” prägten die Ästhetik der
politischen Grafik.
Weitere Informationen:
Günter Bruno Fuchs
Uwe Bremer
Albert Schindehütte
Johannes Vennekamp
Haus am Lützowplatz
